Ayesha:
(Flüstert:) Hast du's?
Ludovico:
(Ebenso) Was?
Ayesha:
Nichts im Kopf.
Ludovico:
Gerade hatte ich's. Jetzt hab ich deine Stimme im Kopf.
Ayesha:
Oh.
Ludovico:
Psst.
Ayesha:
Ich glaub, ich hab's.
Ludovico:
Psst! Man kann es nicht „haben“.
Ayesha:
Was?
Ludovico:
Nichts. Wenn es Nichts ist, kann man es nicht haben.
Ayesha:
Logisch.
Ludovico:
Wenn man Nichts im Kopf hat, dann beginnt man zu schweben.
Ayesha:
Woher willst du das wissen?
Ludovico:
Erinnerst du dich an unsere Reise nach Indien? Da war doch dieser Mann ...
Ayesha:
Psst. Du machst meinen Kopf voll.
Ludovico:
Du hast doch gefragt.
Ayesha:
Psst.
Ludovico?
Ludovico:
Jaah?
Ayesha:
(Beginnt zu schweben)
Ludovico?
Ludovico:
(Sieht, dass Ayesha schwebt. Versucht mit Nachdruck, auch zu schweben.)
Ayesha:
Ludovico? Ich glaube, ich schwebe.
Ludovico:
(Nach einiger Mühe schwebt auch er.)
Ja Ayesha, wir schweben.
(Sie schweben.)
Ayesha:
Der Anfang. So war der Anfang.
Ludovico:
Schwebendes Nichts.
Ayesha:
Das Nichts ist das Schweben über endlosem, grauen Wasser.
Ludovico:
Das graue Wasser ist leer.
Ayesha:
Das graue Wasser ist ein Wald, den es noch nicht gibt.
Ludovico:
Es ist ein Berg, den es noch nicht gibt.
Ayesha:
Es sind alle Tiere, die es noch nicht gibt.
Ludovico:
Es sind die Sterne, die es noch nicht gibt.
Ayesha:
Das graue Wasser ist der Himmel, den es noch nicht gibt.
Es ist Licht und Dunkel,
Ludovico:
Fest und fliessend,
Ayesha:
Mann und Frau,
Ludovico:
Tod und Leben,
Ayesha:
Du und ich,
Beide:
Die es alle noch nicht gibt.
Ayesha:
Es ist zuviel.
Ludovico:
Es zieht sich zusammen.
Ayesha:
Es ist zu eng.
Ayesha:
Nicht größer als ein Fliegenbein.
Ludovico:
Nicht länger als ein Wimpernschlag.
Beide:
Und alle Welt, sie steckt darin!
Ludovico:
Du kannst mit deinen Gummistiefeln darauf treten, und du merkst es nicht.
Ayesha:
Die Welt will hinaus.
Beide:
Brrr-ummms.
(Beide landen unsanft auf dem Boden.)
Das war der Anfang der Welt.
Ludovico:
Mit einem gewaltigen Brrr-ummms fing alles an.
Ayesha:
Wie ein Böller krachte das Nichts auseinander.
Ludovico:
Wie Dampf zischte es auseinander.
Ayesha:
Wurde Raum.
Ludovico:
Wurde Zeit.
Ayesha:
Noch sah es aus, wie graues Wasser.
Ludovico:
Doch bald schon suchte es Gestalt.
Die Gestalt von Etwas.
Ayesha:
Die Gestalt von Nebel.
Ludovico:
Die Gestalt von Festem.
Ayesha:
Die Gestalt von Fliessendem.
Ludovico:
Die Gestalt von Flammendem.
Beide:
Das Wasser hatte das Feuer geboren, das war Licht.
Es hatte das Harte und das Weiche geboren in einem ungeheuerlichen Knall.

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