(Die Bohnensuppe ist mittlerweile fertig, der Tisch gedeckt. Die Lunamerographen brauchen wohl noch...)
Ludovico:
Die Suppe ist fertig.
Ayesha:
(Hört nichts.)
Ludovico:
Ayesha, die Suppe ist fertig.
Ayesha:
Was?
Ludovico:
Die Suppe ist fertig. Sie wird kalt.
Ayesha:
Wenn ich nur wüßte, warum er kein Signal gibt ...
Ludovico:
Wer?
Ayesha:
Was?
Ludovico:
Wer?
Ayesha:
Wer was?
Ludovico:
Ayesha. Wer gibt kein Signal?
Ayesha:
Der Oszillator will einfach kein Signal geben ...
Ludovico:
Vielleicht macht er Pause.
Ayesha:
Was?
Ludovico:
(Raffiniert:) Oh! Jetzt ist es mir in die Suppe gefallen.
Ayesha:
(Elektrisiert:) Was ist dir in die Suppe gefallen?
Ludovico:
Ist mir doch dieses dumme Signal-Dingsda genau in die Suppe gefallen. Warum haben wir auch keine Suppenlöffel mitgenommen ...
Ayesha:
Wo ist es?
Ludovico:
Hier: Ganz unten.
Ayesha:
(Beugt sich über den Topf. Begreift.)
Mhmm. Signal-Dingsda-Suppe.
Ludovico:
Viel oder mittel?
Ayesha:
Ich kann jetzt nicht.
(Wendet sich ab und fuhrwerkt weiter an ihren Geräten. Sie gerät allmählich in Stress.)
Ludovico:
(Muss alleine essen. Dabei erzählt er die Geschichte vom Rat des Dreigestirns.)
Unter der Kruste der Erde reiften die Augen des Huhnes heran, und als ihre Zeit gekommen war, traten sie hervor als Sonne und Mond.
Sie wuchsen und vergnügten sich mit der Erde: Die war mittlerweile ein prächtiges Gestirn geworden, jung und schön und voll blühenden Lebens. Am größten wurde die Sonne, und am kleinsten blieb der blasse Mond.
Da kam große Not über die Kinder der Erde, das waren die grünen Bäume und Kräuter, die Tiere und Menschen: Die Glut der Sonne war zu heiß geworden. Wer in ihre Nähe kam, den verbrannte sie.
Und so hielten die Drei Gestirne Rat:
„Was sollen wir tun?“, fragte die Erde. „Du brennest meine Kinder, Bruder Sonne. Du kannst nicht bleiben.“
„Wenn er bleibt“, rief aufgebracht die Sonne und zeigte auf den blassen Mond, „dann bleibe auch ich!“ Die Sonne war eifersüchtig und hatte keine Augen für die Kinder der Erde.
Da ergriff der blasse Mond das Wort und sprach: „Dann gehen wir beide!“
„Bleib wenigstens du bei mir, lieber Mond!“, klagte die Erde, doch es half nichts.
Und so wurde folgendes beschlossen:
Die Sonne musste fort, weit genug, dass sie die Kinder der Erde nicht verbrenne, und nicht zu weit, dass die Kinder der Erde nicht erfrören. Der Mond aber musste der Sonne in den Himmel folgen.
Die Erde wiederum versprach, sich in weitem Kreise um die Sonne zu drehen, damit sie immer beieinander blieben: Das Dreigestirn.
Und so ist es bis heute: Jahr für Jahr zieht die Erde ihren Kreis um die Sonne. Danach stellen wir unsere Kalender.

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