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9. Der erste Blick

Penthesilea:

Wer ist dieser da?

Er strahlt wie je ein Göttersohn.

Meroe:

Wen meinst du?

Sind sie nicht alle hübsch, soweit?

Oekomene:

Wir nehmen sie gefangen,

wir führen sie nach Hause

und feiern unser Liebesfest.

Penthesilea:

Den einen meine ich.

Roxena:

Herrin, wie ihr wisst:

Es ziemt sich nicht, den Blick

auf einen einzelnen zu heften.

Penthesilea:

Wer ist jener Griechenheld,

der da mein Auge reizt?

Meroe:

Sie ist verliebt wie Blitz und Donnerschlag.

Oekomene:

Sie hört nicht, was Roxena sagt.

Meroe:

Calypso spricht, die Priesterin!

Calypso:

Herrin, wendet euer Auge ab!

Der Grieche schert uns nicht

im Einzelnen.

Genug hier liegen uns im Staub.

Auch das sind hübsche Männer.

Penthesilea:

Ich will den da!

Calypso:

Schluss jetzt mit dem Kinderkram.

Den einen gibt es nicht,

Denn so verlangt es das Gesetz der Frauen.

Die Regeln schützen uns vor Untergang.

Penthesilea:

Ich will aber.

Prothoe:

Achill. Sie meint Achill,

den Gottessohn.

Calypso:

Du hast nicht meinen Segen:

Ein Grieche soll nicht unser Schicksal sein.

Du bist die Königin der Amazonen,

Halte dich an dein Gesetz!

Prothoe:

Er gefällt ihr, das sehe ich.

Anders glänzt ihr Auge.

Das ist die Liebe.

Calypso:

Ihr könnt lieben, wenn ihr zu Hause seid.

Jetzt wird geerntet.

Penthesilea:

Aus dem Weg, Priesterin.

Den da hol ich mir. Bereit Achill?

Calypso:

Große Göttin, halte sie!

Sie reißt uns in den Untergang.

 

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