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Das Ding 2

Mamsel hatte auf Angel gewartet. Sie hatte etwas ehrliches und Angel streichelte sie zärtlich. Sie war ein Automobil und keine Schleimschleuder. Er genoss das Krächzen der Lautsprecher, und dass man die Fenster hochklappen und mühsam einhaken musste.

Dann fuhr er sie auf die Ausfallstraße nach Süd-Westen, zurück zur Küste, wo Yve sicher noch in ihrem Schlafsack lag und schlief. Wut stieg in ihm auf. Den ganzen Zauber hatte er für Yve veranstaltet. Er wollte ihr beweisen, dass es auch anders ging. Vielleicht auch sich selbst. Sie hatte ihn gehörig provoziert in den letzten Tagen, dass er ja auch keine Ahnung habe, wie es weitergehen solle. Aber das war es nicht.

Er sah sich um Yve betteln und winseln, wie der perverse Zwerg vor ihm gewinselt hatte. Er sah sich, wie er ihr alles hatte recht machen wollen, damit sie nur ja bei ihm blieb. Er sah sich, wie er seine eigenen Gefühle unterwürfig zurückgedrängt hatte, um zu sein, wie er meinte, dass sie gewollt hatte, dass er sei. Er verachtete sich für dieses Hündische, das er an den Tag gelegt hatte, vor Yve, und irgendwie immer schon. Sein ganzes Leben war er gekrochen. Und Yve hatte sich ihn als Nutte gefallen lassen, sie hatte seine winselnde Schwäche offensichtlich nicht gestört. Sie hatte ihn benutzt, gefügig, und immer bereit, bis es nicht mehr gegangen war. Und dann hatte sie sich abgewendet, anstatt ihm zu helfen, aus der Hundehaltung hochzukommen, anstatt nachzufragen, weshalb er nicht mehr konnte. Wie kann man jemanden, der einem etwas bedeutet, in dieser würdelosen Lutscherhaltung lassen?

Angel hasste Yve dafür. Er heulte wütende Tränen und musste aufpassen, dass er mit dem langsam aufkommenden Berufsverkehr klarkam. Man kann vielleicht fragen, was kann Yve dazu, wenn er nicht einmal ein Wörtchen über die Lippen bekommt und etwas sagt. Gefühle sind aber nicht gerecht, und das waren Angels Gefühle.

In Gedanken versunken rollte er durch das verdorrte Brachland auf Yve zu. Er hatte den Motor abgestellt, um sie nicht zu wecken, und blieb in einiger Entfernung regungslos am Steuer sitzen. Es war schließlich Kurt, der ihn aus der Lethargie riss. Kurt war zu Mamsel gehastet und sprang kläffend an der Fahrertüre hoch. Angel musste ihn beruhigen, schließlich wollte er Yve im Augenblick ungern erklären müssen, wo er gerade herkam. Er öffnete die Tür, Kurt sprang auf seinen Schoß, ließ sich kraulen, und die beiden sahen noch eine Weile zu Yve hinüber, die ruhig dalag und schlief.

Yve hatte noch lange wachgelegen. Erst in der Morgendämmerung war sie eingeschlafen. Umso fester schlief sie jetzt. Erschöpft raffte sich Angel auf, stieg aus, bedeutete Kurt, nicht zu kläffen, und ging zur Feuerstelle. Irgendetwas glimmte da noch, und er legte Holz nach. Dann kroch er in seinen Schlafsack und war sofort eingeschlafen. Nur Kurt saß wach und machte sich Sorgen.

 

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