Er steht nackt und glaubt ein Gott,
ihr Auge! macht ihn neu, ihr Blick
entzieht dem Körper seinen Krieg,
sein Panzer schmilzt, und aus den Schar-
ten seines Fleisches lockt sie
zitternd ihm sein Licht.
Sie streicht mit ihren Augen,
und mit ihren Nasenflügeln,
weit geöffnet, atmet sie:
des Freundes seliges Gesicht.
Es tauchen
seine Hände wie zum Bade
unter ihr Gewand, darin
sie Quellen suchen, finden, die
sich reinigend ergießen
über jede Spur von Schlacht.
Jetzt vergisst sie, was sie sollte,
jede Härte, die der Tag
ihr droht. Ihrer Zunge krause
Blüte treibt sich um in seinem
Mund. Eine Höhle voller Gründe,
und es lebt darin ein Tier,
das züngelt, das sich räkelt,
sich zurückzieht, überschlägt.
Seine Hitze, ihre Hitze
eingetaucht
geschwisterlich
ein Traum, ein Hauch
und ein Gefühl
das tausend Lippen hat;
ein Bauch
ein Weg
und eine Welt.
Jetzt lieb ich dich.
Jetzt stürb ich gern.
Duett am Rande des Schlachtfelds von Jens Wirsching steht im Netz seit dem 23. März 2009 unter der freien Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.
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