Ich steh im Stau nach irgendwo,
im Mundwinkel ne Marlboro.
Die Mittelwelle kreischt und klirrt,
und irgendwo wird Krieg geführt.
Kaum blüht ein Kopf, schlägt man ihn ein,
das muss die neue Weltordnung sein!
Am Fahrbahnrand klebt eine Katz,
den Frontscheinwerfer ziert ein Spatz.
Das alles stimmt - und stimmt doch nicht:
es handelt sich um ein Gedicht.
Ich wollte sagen, eigentlich:
- nur ich trau mich nicht, ich trau mich nicht.
Ich wollte sagen, Liebste, du,
ich liebe di... - badubedidu
zum Beispiel sonntags so im Bett,
ich wollt nur sagen, ich find dich ne... -
Nana nana nananana
...
Ich wär so gerne eine Aubergine
auf der Zunge meiner Trine,
ich würde durch dein Innres gehn,
und schließlich dich von unten sehn!
Ich würde gern noch dies und das,
das Lieben ist ein Heidenspaß:
man flattert und verheddert sich -
ich du, du ich, du, du, ich liebe di... -
badubidu badubidu
...
Das alles stimmt - und stimmt doch nicht:
es handelt sich um ein Gedicht.
Ich wollte sagen, eigentlich:
Ich fahr nicht weiter ohne dich!
Und steh im Stau nach irgendwo,
im Mundwinkel ne Marlboro.
Die Mittelwelle kreischt und klirrt,
und irgendwo wird Krieg geführt.
Im Stau von Jens Wirsching steht im Netz seit dem 23. März 2009 unter der freien Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.
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