Lied vom dunklen Essen
Es schmatzt in den Straßen und Höfen
ein Schmatzen von Knorpel und Blei;
es platzt in den städtischen Öfen
ein Platzen von menschlichem Brei.
Es frisst an den Kindern ein schnelles Maul,
es beißt in die Lahmen und Alten;
und bist du auch jung, so siehst du verfau-
len dich schon und stückweis' erkalten.
Die Tage sind kurz, die Nächte lang,
und dunkel führen wir Krieg.
Aus den Gräben dringt dunkler Gesang,
und dunkel bleibt uns der Sieg.
Wer weiß, wen der Schlag seiner Fäuste trifft,
und wem sein Wort dient, am Ende?
Dunkel durchkriecht meinen Kopf ein Gift.
So haltet mich doch, meine Hände!
Lied vom dunklen Essen von Jens Wirsching steht im Netz seit dem 23. März 2009 unter der freien Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.
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