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aus dem kopf... 15. Die Tore werden geöffnet

(Büddel und Bresel schreiten majestätisch auf die Bühne und nehmen vor dem drapierten Vorhang Aufstellung. Dann erscheint Quirie. Geht zum Rednerpult. Dann Nelke, geht zum Lichtpult. Spot auf Quirie. Orange-Lila Licht-Inferno. Die beiden tauschen Blicke. Sie haben sich lange nicht gesehen.)

(Irgendwann rollt der Herr in seinem Rollstuhl auf. An einem Band aus rotem Samt führt er Krümel mit sich. Die putzt. Er gibt Quirie ein Zeichen, dass dieser beginnen kann.)

Quirie:

Das war nicht abgesprochen. Das mit Krümel ist nicht abgesprochen!

Herr:

Sei nicht kleinlich in einem großen Augenblick, Junge!

Halte deine Rede, und du wirst sehen, wie sich alles klärt.

Quirie:

(Redet.) -- Eine Freundin hat einmal zu mir gesagt, alles habe seine Zeit. Träume müssen geträumt werden, aber dann müssen sie in der Wirklichkeit bestehen oder verschwinden.

Ich widerspreche! Wir müssen unsere Träume hüten wie einen Garten, denn sie sind die Quelle unserer Kraft für den Kampf um eine lebenswertere Zukunft. Was wäre denn geworden, wenn wir all unsere Träume einfach fallengelassen hätten wie unreifes Obst? Nur wer in seinen Träumen lebt, kann Wirklichkeit verändern!

Und tatsächlich ist die Welt in Bewegung geraten! Ab heute wird es keine Greif-Kommandos im Äußeren Bereich mehr geben. Und ab heute wird niemand mehr verschleppt und gezwungen, sein Leben lang in den Fabriken des Inneren Bereiches zu schaffen.

Dies ist ein großer Augenblick, an dem wir endlich einen Schlussstrich ziehen können unter die lange und blutige Geschichte gewaltsamer Unterdrückung. Dies ist der große Augenblick, an dem wir endlich die Grenzen fallen sehen, die solange den Äußeren vom Inneren Bereich getrennt haben, so dass ich euch zurufen kann: Freunde, kommt, kommt alle, und lasst uns die Zukunft in die Gegenwart holen!

Jetzt ist ein jeder aufgerufen, ein jeder, sein Leben, seine Kraft zu widmen ganz und gar dem einen Ziel, dass er seinen Teil dazu beitrage, dass unser gemeinsamer Traum Wirklichkeit werde.

(Allgemeiner Applaus. Der Herr tritt Krümel in die Seite.)

Krümel:

Mensch, denke nicht, die Welt sei schlecht

und denke nicht, es macht kein Sinn!

Im Selbstmitleid erstickt, wer Knecht,

wer stark ist, gibt sich schaudernd hin.

(Allgemeiner Applaus. Der Herr gibt Nelke ein Zeichen, der Vorhang fällt, das Fabriktor wird sichtbar. Orange-lilaner Tusch. Allgemeiner Applaus.)

Herr:

Meine Damen und Herren, das Neue Zeitalter ist angebrochen. Die biotronische Verwertung menschlicher Energie kann nun in Vollastbetrieb gehen. Meine Soldaten, ich bin stolz auf euch. Freiwilligkeit ist die Devise. Freiwillig für unser aller Zukunft. Opfer bringen. Bitte sehr! Geht voran und Tausende werden euch folgen.

Büddel:

Ist das die Zukunft?

Herr:

Ihr wolltet doch freiwillig vorangehen. Hier beginnt die Zukunft. Also?

(Tosende Musik, Spot auf Büddel und Bresel, Rest dunkel.)

Büddel:

Ich habe Angst.

Bresel:

Das sind die neuen Fabriken.

Büddel:

Von da kommt keiner zurück.

Bresel:

Zukunft...

Büddel:

Zukunft.

Bresel:

Gehn wir zusammen?

Büddel:

Zusammen. Ja.

(Die beiden gehen rein. Dröhnende Musik. Herr mit Krümel ab.)

 

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