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aus dem kopf... 16. Abschied

(Nelke und Quirie alleine vor dem Fabriktor. Sie sehen sich lange an, Nelke geht auf Quirie zu, sie küssen sich. Es will nicht recht gehen.)

Nelke:

Ich habe mich so auf dich gefreut.

Quirie:

Ja. Du bist sehr schön.

Nelke:

Danke. Ich bin so glücklich.

Quirie:

Ja.

Nelke:

Hast Du das Orange und Lila gesehen?

Quirie:

Es ist traumhaft. Und furchtbar zugleich... Es ist das Tor zu den neuen Fabriken.

Nelke:

Es ist wie ein Alptraum. Und doch zugleich auch schön. Die beiden sahen beinahe glücklich aus! Die Farben, die Musik, das Licht... Es ist unheimlich.

Quirie:

Es ist übersinnlich.

Nelke:

Ich musste dich während deiner Rede immerzu ansehen. Wie stark du reden kannst...

Quirie:

Hast du Krümel gesehen?

Nelke:

Krümel. Vielleicht hatte sie recht. Vielleicht ist es besser, wir gehen fort von hier.

Quirie:

Wer weiß, ob wir nicht die nächsten sind.

Nelke:

Ich habe Angst.

Quirie:

Ja. Lass uns gehen.

Nelke:

Was hält uns noch, jetzt, wo wir wieder zusammen sind.

Quirie:

Ja, was hält uns noch.

Nelke:

Ich hänge an nichts.

Quirie:

Ich habe von alldem nichts gewußt, worauf das hinausläuft.

Nelke:

Nein, das konnten wir nicht wissen.

Quirie:

Nein.

Nelke:

Lass uns gehen.

Quirie:

Ja. Lass uns jetzt gehen.

(Der Herr rollt auf, am Halsband Krümel, die schrubbend. Funktelefon.)

Herr:

Ja...Ja, erledigt...Ja, ich schick Ihnen die beiden...

Ja, ich weiß, Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit ...

Ja...nein, es ging wirklich nicht schneller...Ja... ja natürlich...

Ja, ich mache den Bericht fertig...Ja... - Arschloch.

- Na, Kollegen, unterhaltet ihr euch schön?

Nelke:

Ja, danke.

Herr:

Tja, ist alles nicht so einfach, was. Aber da muss man durch.

Ich bin sicher, dass ihr beiden ein gutes Team werdet. Ihr gebt den Menschen, was sie brauchen. Schöne Bilder, Musik, Gefühl... Was kann man besseres tun in seinem Leben?

Als kleine Anerkennung habe ich euch etwas mitgebracht. Das erste Elexier der Neuen Zeit. Es ist noch bekömmlicher als bisher, es schmeckt noch leichter, prickelnd im Aroma, Quirie. Das macht die Freiwilligkeit.

Unter uns: wir haben ihre Tränen beigemischt, vollmundig herb und edelsüß.

Genießt es in einer besonderen Stunde, daran wird es euch ja nun nicht mangeln, wo ihr wieder vereinigt seid.

(Er überreicht Nelke eine Flasche.)

Nelke:

Naja, -- danke.

(Und eine für Quirie.)

Quirie:

Wir wollten eigentlich gerade gehen.

Herr:

Nein. Nicht wahr! Wo ihr gerade so vielversprechend begonnen habt! Das überlegt ihr euch aber nochmal. Kinder, wir wollen jetzt einen Kollegen von mir kennenlernen. Er wird euch gefallen.

Nelke:

Tut uns leid, aber wir wollten wirklich gerade gehen.

Herr:

Tja. - Ja, wenn das so ist. Na, ihr seid nach wie vor freie Menschen. Ich will euch nicht aufhalten. Wenn es mir natürlich auch leidtut.

Man soll niemanden zu seinem Glück zwingen.

Aber ihr sollt wissen, wenn ihr zurückwollt, ich bin immer für euch da.

Nelke:

Wer bist du wirklich?

Herr:

Ach ja, gut dass du mich erinnerst!

(Übergibt seine Visitenkarte. Quirie grabscht sie Nelke aus der Hand.)

Quirie:

(Liest.)

"Human-Energy-Transcessment Inc.

Personalverwaltung,

Manager Nachwuchs mit Führungsqualitäten,

S2/102."

Quirie:

Und wie heißt du?

Herr:

Das ist mein Name. Ich habe keinen anderen.

Nelke:

Aha. Ja dann...

Quirie:

Ja dann... dann gehn wir jetzt.

Herr:

Auf Wiedersehen.

Nelke:

Ja dann wiedersehen.

Quirie:

Ja dann... (Sie wollen ab.)

Herr:

Wollt Ihr denn dieses Häufchen Elend nicht mitnehmen? Ihr wißt doch, was sonst mit ihr geschieht. Immerhin hat sie mich... verletzt.

Ich übergebe eure Freundin vertrauensvoll in eure Hände. Sie ist doch eure Freundin? Ihr werdet sie richtig zu behandeln wissen.

Quirie:

Ach ja.

Nelke:

Ausgerechnet.

Krümel:

--

(Die drei ab. Quirie hat Krümel an der Leine, die schrubbend.)

Herr:

(Funktelefon)

Hallo? Ja, tut mir leid, es wird sich noch einen Moment...

Nein, die beiden müssen noch etwas erledigen...

Nein, wegen der Phantasie. Sie wissen, die Ideale der Jugend, das braucht eben länger...

Ja genau, sensibel ... ja, aber es lohnt sich umso mehr...

Ja ganz sicher, ja morgen ganz sicher, ja, bis dahin... - Arschloch!

Black.

 

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