(Nelke ist von der einen Seite wieder auf. Hat Quiries Show verfolgt.)
Nelke:
Krümel Unglück! Ein Haufen Elend ist das!
Kein Wunder, dass der die Hunde hinterher bellen.
Die ist doch doof, so doof!
Rächer der Unterdrückten und Enterbten...
Blöder Bock!
Nie wieder.
Schön behämmert steh ich jetzt da.
Wieso nimmst du mich nicht mit?
Quirie!
(Der Herr tritt durch den Vorhang auf.)
Herr:
Nicht weinen! Bitte nicht weinen!
(Nelke drückt auf ihr Weinen.)
Herr:
Kleine! Lass das! Ich ertrag das nicht. Na, komm mal her.
Nelke:
Finger weg!
Herr:
Entschuldige! - Möchtest du vielleicht etwas trinken?
Nelke:
Ihr? Was macht Ihr hier?
Herr:
(Trinkt selber, wartet und beobachtet sie von abseits.)
Mir scheint auch, wir kennen uns.
Du bist doch Nelke, die kleine Ausreißerin.
Wieso nur verspielen die Menschen sich selber all ihre Chancen?
Nelke:
Ist irgendwas?
Herr:
Tut es sehr weh?
Nelke:
Was geht Euch das an?
Herr:
Oh, nichts. Ich kann es nur nicht mitansehen, wenn ein egoistischer Starrkopf ein so junges Mädchen wie dich unglücklich macht.
Nelke:
Woher wisst Ihr das?
Herr:
Ich wollte bestimmt nicht lauschen.
Nelke:
Er hat nichtmal nach mir gesucht!
Herr:
Ich weiß. Er ist unerfahren in den Dingen wahrer Liebe, das muss man ihm zugute halten. Aber so einfach wie der es sich macht... Wie heißt er doch gleich?
Nelke:
Quirie. Quirie! (weint.)
Herr:
Du möchtest ihn zurück.
Nelke:
Ich möchte? Ich muss! Der gehört zu mir!
Herr:
Ja. Nelke, es liegt mir fern, mich aufzudrängen, aber, weißt du, ich war selber einmal jung...
Glaub mir, in meinem Alter ist es sehr schwierig, etwas wirklich Sinnvolles zu tun. Das meiste ist schmutziges Geschäft.
Wenn du erlaubst möchte ich dir - ah, möchte ich euch beiden helfen.
Nelke:
Wie wollt Ihr mir helfen? Der hört auf niemand. Auf Euch schon lange nicht.
Herr:
Das lass meine Sorge sein. Ihm geht es auch nicht gut, so ohne dich, verstehst du?
Nelke:
Der geht jetzt mit der anderen, und morgen hat er mich vergessen!
Herr:
Nelke! Du weißt, dass das nicht wahr ist.
Nelke:
Meint Ihr wirklich?
Herr:
Natürlich! Also gönn mir die kleine Freude! Was hast du schon noch zu verlieren?
Ihr beiden könntet es so viel schöner haben, zwei junge, phantasievolle Menschen...
Junges Glück, da sollte man großzügig sein.
Nelke:
Ja.
Herr:
(geleitet sie ins Off.)
Du weißt doch sicher, wo ich ihn finde, deinen Quirie...
(Beide ab.)
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